Wissensmanagement 2.0, Web 2.0 in Unternehmen
Web 2.0 Wissensmanagement Mit Web 2.0 realisieren sich erstmals die Potenziale kooperativer computerunterstützter Konzepte des Wissensmanagement. Web 2.0-Technologien befördern wechselseitige Diskurse (z.B. Kommentare in Blogs) sowie den kooperativen (z.B. Social Bookmarks) und kollaborativen (z.B. Wikipedia) Aufbau von Wissensbasen durch Individuen und Gruppen/Communities, in der Art und Weise, dass sich das zur Verfügung stehende Wissen Aller vermehrt.

Genau dieser Punkt, das Befördern partizipativ-kooperativer Verhaltensmuster Seitens der Mitarbeiter mittels Web 2.0-Diensten und Technologien, wird zunehmend als ein wichtiger Erfolgsfaktor organisationellen Wissensmanagements betrachtet.  Dabei bleibt aber zu beachten, dass neben der Technologie auch andere Faktoren, wie die Kommunikationskultur, die Akzeptanz und Verankerung des Wissensmanagements in Organisationen bestimmen [Probst et. al 1999].

An Fallbeispielen erfolgreichen „Web 2.0-Wissensmanagements“ durch und in Blogs, Wikis usw. mangelt es nicht. So führte z.B. nach [Bergmann 2007] die Einführung eines Wikis bei der Synaxon AG zu einer effektiveren Zusammenarbeit und damit zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Bei IBM nutzen bereits mehr als 20000 Mitarbeiter Social Software.  IBM ist auch der erster große Softwareanbieter, der ein Social-Software-Packet speziell für Unternehmen bereitstellt.  

Web 2.0-Technologien können derzeit als ein wichtiger Baustein zur Beförderung organisationellen Wissensmanagements betrachtet werden [Heisig 2007]. Diese Technologien werden gegenwärtig als die primären Katalysatoren für das Entstehen neuartiger Prozesse der Wissenskommunikation in Teams, Gruppen und betrieblichen Communities betrachtet.  Die Schlagzeile „Myspace kostet Unternehmen 200 Millionen Euro am Tag“  illustriert allerdings deutlich, dass das Thema Web 2.0 für Unternehmen nicht nur Potenziale aufweist, sondern auch Probleme aufwerfen kann. Um den Erfolg Web 2.0-basierten Wissensmanagements zu sichern sind deshalb auch Konzepte zur organisatorischen und inhaltlichen Ausgestaltung der angestrebten Prozesse sowie ein klar gesetzter normativer Rahmen interpersonaler Interaktion erforderlich. Zur Ausgestaltung dieser Punkte kann auf vielfältiges Wissen zu den Themenfeldern
  • Wissensmanagement,  z.B.  [Probst et. al 1999], [Reinmann-Rothmeier 2001],  
  • CSCW  sowie zur Computervermittelten Kommunikation, u.a. [Döring 2003]
  • und  zu Online Communities und zum netzbasierten kooperativen Lernen, u.a. [Griesbaum 2007],
zurückgegriffen werden. Dieses vorhandene Wissen erfolgreich für ein “ Wissensmanagement 2.0“ anzuwenden, ist eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre. Nachstehende Literatur kann diesbzgl. zu einer ersten Orientierung genutzt werden.  


Literatur

  • Bergmann, J. (2007), Die gläserne Firma, Brand Eins 03/2007, URL www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=2266 (letzter Zugriff 19.09.2007).
  • Döring ,N. (2003), Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse, Identitäten, soziale Beziehungen und Gruppen. Göttingen: Hogrefe.
  • Griesbaum, J. (2007), Mehrwerte des Kollaborativen Wissensmanagements in der Hochschullehre - Integration asynchroner netzwerkbasierter Szenarien des CSCL in der Ausbildung der Informationswissenschaft im Rahmen des K3-Projekts. Dissertation Fachbereich Informatik und Informationswissenschaft, Universität Konstanz, Konstanz 2007, URL www.ub.uni-konstanz.de/kops/volltexte/2007/2312 (letzter Zugriff 19.09.2007).
  • Heisig, P. (2007), Professionelles Wissensmanagement in Deutschland. Erfahrungen, Stand und Perspektiven des Wissensmnagements, in: Gronau, N. (Hg), 4. Konferenz Professionelles Wissensmanagement – Erfahrungen und Visionen – 28. -30.03 2007, Potsdam, Berlin: GITO-Verlang, Band 1, S. 3-19, URL www.community-of-knowledge.de/pdf/Stand_WM07_Heisig_eureki_1.pdf (letzter Zugriff 21.09.2007).
  • Kuhlen, R. (2003), Change of Paradigm in Knowledge Management - Framework for the collaborative Production and Exchange of Knowledge. IFLA Conference Proceedings, World and Information Congress: 69th IFLA General Conference and Council, 1, 1-21, URL www.ifla.org.sg/IV/ifla69/papers/196e-Kuhlen.pdf (letzter Zugriff 19.09.2007).
  • Probst., G. J. B.; Raub S.; Romhardt, K. (1999), Wissen managen. Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen. Frankfurt am Main: Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland. Gabi Reinmann-Rothmeier (2001), Wissen managen: Das Münchener Modell. Forschungsbericht Nr. 131.
  • Reinmann-Rothmeier, G. (2001), Wissen managen: Das Münchener Modell. Forschungsbericht, Nr. 131.
  • Singh, S. (2006), A Web 2.0 Tour for the Enterprise, URL www.boxesandarrows.com/view/a_web_2_0_tour_ (letzter Zugriff 17.09.2006).
  • Tapscott, D.; Williams, Anthony D. (2007), Wikinomics: Die Revolution im Netz, München: Hanser, 2007.
  • Tredinnick, L. (2006), Web 2.0 and Business: A pointer to the intranets of the future?, in Business Information Review, Vol. 23 2006, URL bir.sagepub.com/cgi/reprint/23/4/228 (letzter Zugriff 19.09.2007).